Unterrichtsmethoden – alles auf dem neusten Stand!

Placemat, Gruppenpuzzle, Lerntempoduett –Begriffe die heute in Unterricht und Lehrerzimmer des Märkischen Berufskollegs  allgegenwärtig sind. Vor einigen Jahren waren Sie nicht nur hier völlig unbekannt. Sie beruhen auf eine der wohl intensivsten Fortbildungsmaßnahmen, der sich ein ganzes Lehrerkollegium seit 2004 verschrieben hat.

Nur derjenige lernt effektiv, der nicht auf sich allein gestellt ist!

Der Kanadier Norm Green wurde im Jahr 2000 für seinen pädagogischen Ansatz mit dem Karl Bertelsmann Preis für das innovativste Schulsystem ausgezeichnet. Getreu seinem Motto, wird nur der wirklich Lernen, der den zu lernenden Stoff mit anderen besprechen kann, oder besser noch, die Mitschüler selber unterrichtet.

Grundlage für dieses von allen Fachbereichen des MBK mit zunehmender Begeisterung aufgenommene pädagogische Konzept ist die sogenannte Lernpyramide. Derjenige, der in einer Frontalsituation nur zum Zuhören verdammt ist, behält durchschnittlich nur 5% des ihm präsentierten Inhalts. Schülergruppen, die an die Diskussion über die wesentlichen Inhalte methodisch herangeführt werden, können dagegen 50% bis hin zu 90% des Stoffes verarbeiten und aufnehmen besonders, wenn sie ihren Mitschülern den neuen Sachverhalt erläutern müssen. Ziel des Unterrichts am MBK ist es zudem Gruppenarbeiten so zu strukturieren, dass der Inhalt stets auf mehreren sogenannten Präsentationsebenen von den Schülerinnen und Schülern erfahren wird. Das bedeutet man hört zu, man liest vor, man stellt Fragen und man erklärt – all dies häufig direkt nacheinander und schafft es so auch schwierige Sachverhalte zu „knacken“.„Arbeiten mit der Uhr im Nacken“, „Visualisieren, also Sichtbarmachen der eigenen Denkprozesse“ sind hierbei zunächst ungewohnte Elemente, die für ein sehr zielgerichtetes, effektives Arbeiten in verschiedenen Teams sorgen. In der Regel  kommt der Spaß bei diesem strukturierten Vorgehen nicht zu kurz, das eher eintönige Pauken wird auf ein Minimum reduziert.

Norm Green, der mit genau diesem Ansatz den Schulbezirk Durham, Ontario, Kanada innerhalb kurzer Zeit im Bereich Textverständnis und mathematische Kompetenz von einem der letzten auf den ersten Platz eines kanadischen Vergleichstests heben konnte, musste noch mit Kreide und Tafel arbeiten. Die Präsentationsmöglichkeiten waren sehr eingeschränkt.