Allgemeine Hochschulreife und Freizeitsportleiter/-in

Die Zugangsberechtigung zu allen deutschen Hochschulen erwerben und sich zusätzlich im Berufsfeld Sport und Gesundheitsförderung qualifizieren?

Ja, das geht!

In diesem Bildungsgang wird in einer dreijährigen, schulischen Ausbildung in Vollzeit die Allgemeine  Hochschulreife und zusätzlich in einer integrierten Prüfung die berufliche Qualifikation „Freizeitsportleiterin/ Freizeitsportleiter“ erworben.
Die Allgemeine Hochschulreife berechtigt zu einem Studium jeder Studienrichtung an allen deutschen Universitäten. Durch den sportbezogenen Schwerpunkt des Bildungsganges werden besondere Voraussetzungen für ein Studium der Sportwissenschaften erlangt.

Allgemeines

Der Unterricht im Beruflichen Gymnasium wird im festen Klassenverband erteilt. Neben der Stärkung der Klassengemeinschaft bietet sich hierdurch die Möglichkeit, die Arbeit in den einzelnen Fächern sinnvoll aufeinander zu beziehen. Der berufliche Schwerpunkt Sport und Gesundheitsförderung ist in allen Fächern ein fester Bestandteil.

Leistungs- und Grundkurse

Leistungskurs Sport/ Gesundheitsförderung

Im profilbildenden Leistungskurs Sport/ Gesundheitsförderung ergänzen sich sporttheoretische Anteile mit der Sportpraxis. Die Sportpraxis ist auf die zielführende Entwicklung von sportbezogenen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgerichtet.
In der Erprobungsphase (Stufe 11) lernen die Schülerinnen und Schüler ein breites Spektrum verschiedener Sportbereiche kennen. Zu Beginn der Qualifikationsphase (Stufe 12 und 13) wählt die Klasse ein Kursprofil bestehend aus einer Individualsportart (Turnen) und zwei Spielsportarten (z.B. Volleyball und Badminton). Im weiteren Verlauf werden die Schülerinnen und Schüler auf die praktische Abiturprüfung in den Sportarten des Kursprofiles vorbereitet. Dabei leiten sie immer wieder kleine Phasen des Unterrichts an, um den Rollenwechsel zum Sportproduzenten zu vollziehen und sich auf die Lehrprobe im Rahmen der Sportpraktischen Abiturprüfung vorzubereiten.
Die sporttheoretischen Inhalte orientieren sich an den Wissenschaftsbereichen Sportpädagogik, Sportphysiologie, Sportsoziologie. Auch hier werden die Schülerinnen und Schüler auf die zentrale Abiturprüfung vorbereitet.

Leistungskurs Biologie

Im Leistungskurs Biologie werden in der Orientierungsphase (Stufe 11) mit Hilfe von verschiedenen Arbeitsweisen der Biologie Bau und Funktion zellulärer Organismen sowie deren Stoffwechselphysiologie erarbeitet.
In der Qualifikationsphase (Stufe 12 und 13) lernen die Schülerinnen und Schüler ökologische Grundbegriffe und Beziehungen kennen und analysieren nachfolgend ein Ökosystem. Ausgehend von der Analyse der physiologischen Verhaltenssteuerung stehen im Folgenden neurobiologische und hormonelle Steuerungsprozesse im Vordergrund. Weitere Themenkomplexe bilden Genetik und Ontogenese sowie die Evolution.

Allgemeinbildende Kurse

Die Fächer Mathematik, Deutsch, Englisch, Spanisch, Religionslehre (Philosophie), Gesellschaftslehre mit Geschichte bilden den allgemeinbildenden Anteil des Fächerkanons.

Differenzierungsbereich 

Im Differenzierungsbereich gibt es Angebote in den Fächern Informatik, Musik, Ernährungslehre, Kunst, Organisations- und Methodenlehre und Sportpraktische Übungen.

Berufsbildende Kurse

In den Fächern Erziehungswissenschaft, Sport/ Gesundheitsförderung und Didaktik/ Methodik erwerben die Schülerinnen und Schüler sozialkommunikative Kompetenzen. Durch eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis erlernen die Schülerinnen und Schüler theoretische Grundlagen und erproben diese in verschiedenen Praxissequenzen.

Stundentafel

       
Wochenstunden323234343434
Jahrgangsstufe11.111.212.112.213.113.2
Berufsbezogener Lernberreich      
Sport (SP) (Leistungskurs)555555
Biologie (BIO) (Leistungskurs)335555
Englisch (E)333333
Mathematik (M)333333
Erziehungswissenschaften (EW)333333
Didaktik/ Methodik333333
2. Fremdsprache / Spanisch (SPA)3*3*3*3*3*3*
Berufsübergreifender Lernbereich      
Deutsch (D)333333
Religionslehre (R)222222
Praktische Philosophie **2**2**2**2**2**2**
Gesellschaftslehre mit Geschichte (GIG)222222
Sport und Gesundheitsförderung (SP)222222
Differenzierungsbereich      
Ersatzfach Spanisch z.B. Kunst333333
Wahlfach (z.B. Musik, Informatik, Organisations- und Methodenlehre, Motopädie, Sportpraktische Übungen)222222

* obligatorisch, wenn die Pflichtbindung (zweite Fremdsprache) bisher nicht erfüllt wurde

** Ersatzfach für Religion

Am Ende der Jahrgangsstufe 13 erwerben die Schülerinnen und Schüler in einer integrierten Abschlussprüfung die

  • Allgemeine Hochschulreife und
  • die berufliche Qualifikation „Freizeitsportleiterin / Freizeitsportleiter“.

Die Abiturprüfung wird in folgenden vier Fächern abgelegt:

  1. Leistungskurs: Biologie (zentral gestellte schriftliche Prüfung)
  2. Leistungskurs (profilgebend): Sport/Gesundheitsförderung
    (zentral gestellte schriftliche Prüfung und dezentrale praktische Prüfung)
  3. Abiturfach: Deutsch oder Englisch oder Religion
  4. Abiturfach (mündlich):
    a) Erziehungswissenschaft oder Gesellschaftslehre mit Geschichte oder Religion (falls Deutsch oder Englisch als 3. Abiturfach gewählt wurde)
    b) Deutsch oder Englisch oder Spanisch (falls Religion als 3. Abiturfach gewählt wurde)

Die Prüfung zur Freizeitsportleiterin/ zum Freizeitsportleiter findet in den Fächern „Didaktik/ Methodik“ und „Erziehungswissenschaft“ (falls nicht Prüfungsfach im Abitur) statt. Zusätzlich ist eine Abschlusslehrprobe im Praktikum mit einem anschließenden Reflexionsgespräch und einem Kolloquium durchzuführen. Der darüber ausgestellte Nachweis ist nur in Verbindung mit dem Abiturzeugnis gültig.

Praktika

Am Ende der Jahrgangsstufe 11 wird eine Kompaktwoche an einer Sportschule des Landessportbundes durchgeführt, während der die Schülerinnen und Schüler ihr Anleiterverhalten in ersten praktischen Einheiten erproben können. In der Jahrgangsstufe 12 findet ein mehrtägiges Blockpraktikum in einer Freizeitsportart statt (z.B. Surfen).
Von Beginn der Jahrgangsstufe 12 an ist ein wöchentliches Praktikum außerhalb der Unterrichtszeit in Sportgruppen ein wesentlicher Teil der Ausbildung. Es wird im Unterricht vorbereitet und ausgewertet. Die freizeitpädagogische Arbeit im Sport mit verschiedenen Altersgruppen soll hier zunehmend eigenständig geübt werden. Die Abschlusslehrprobe in diesem Praxisbereich ist dann Teil der Prüfung zum Freizeitsportleiter/ zur Freizeitsportleiterin und geht als dritter Teil in die Sportpraktische Abiturprüfung ein.

Zusatzqualifikationen und Zertifikate

Die berufliche Qualifikation Freizeitsportleiter/in bedeutet besondere Vorteile auf dem Arbeitsmarkt:
Der Sportschwerpunkt qualifiziert in besonderem Maße für die Berufsfelder Sport, Freizeit und Tourismus.
Durch die besonderen körperlichen Voraussetzungen, die der Leistungskurs Sport/Gesundheitsförderung mit sich bringt, wird eine besondere Qualifikation für Berufe in den Bereichen Polizei, Feuerwehr, Bundesgrenzschutz, Bundeswehr geschaffen.
Der praktische Teil der Ausbildung vermittelt den Schülerinnen und Schülern sozial-kommunikative Kompetenzen, die in allen Berufen von Bedeutung sind, bei denen der Umgang mit Menschen wichtig ist.
Weiterhin können Zusatzqualifikationen wie z.B. der Übungsleiterschein – C für den Breitensport, das Rettungsschwimmabzeichen (Silber – Bronze), der Nachweis „Erste Hilfe“, das deutschen Sportabzeichen (Gold – Bronze) und Fertigkeitsnachweise im „Funsportsektor“ (z.B. Surf-Grundschein, MTB Zertifikat) erworben werden.

Voraussetzung für die Aufnahme in diesen Bildungsgang ist die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe (Fachoberschulreife mit Qualifikationsvermerk oder die Versetzung in die Klasse 10 im Rahmen von „G8“ – Gymnasien).
Als besonders geeignet erscheinen dabei Schülerinnen und Schüler, denen Sport nicht nur selber Spaß macht, sondern die auch ihrerseits in der Arbeit mit Gruppen Sport als sinnvolle Freizeitgestaltung vermitteln möchten. Des Weiteren sollten die gesundheitlichen Voraussetzungen für einen Sport-Leistungskurs gegeben sein. Für die Praktika ist ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen.

Schülerinnen und Schüler, die die Fachhochschulreife an einem Berufskolleg in einem Bildungsgang mit Schwerpunkt Gesundheit und Soziales erlangt haben, können nach Rücksprache in die Jahrgangsstufe 12 aufgenommen werden. Die Erfüllung der Pflichtbindung in der zweiten Fremdsprache ist obligatorisch. Alternativ kann Spanisch im erforderlichen Umfang nachgewiesen werden (160 Std. im Niveau A2).  

  • Anmeldeformular (Ausdruck der Online-Anmeldung)
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • das letzte Zeugnis (Original & Kopie oder beglaubigte Kopie)
  • das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis muss zu Beginn des Praktikums in der Stufe 12 vorliegen (Als Voraussetzung für ein Praktikum in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe gemäß VV zu §4 APO-BK.)

Herr Oliver Möllenberg 

E-Mail schreiben

Telefon: 02303 / 27 16 45

Herr Florian Rühle 

E-Mail schreiben

EINBLICKE IN DEN BILDUNGSGANG