Allgemeine Hochschulreife und Freizeitsportleiter/-in

1. Abschlüsse und Perspektiven

In diesem Bildungsgang wird in einer dreijährigen vollzeitschulischen Ausbildung die Allgemeine  Hochschulreife und außerdem in einer integrierten Prüfung die berufliche Qualifikation "Freizeitsportleiterin / Freizeitsportleiter" erworben.
Die Allgemeine Hochschulreife berechtigt zu einem Studium jeder Studienrichtung an allen deutschen Universitäten. Durch den sportbezogenen Schwerpunkt des Bildungsganges werden besondere Voraussetzungen für ein Studium der Sportwissenschaften erlangt.     
Die berufliche Qualifikation Freizeitsportleiter/in bedeutet besondere Vorteile auf dem Arbeitsmarkt:
Der Sportschwerpunkt qualifiziert in besonderem Maße für die Berufsfelder Sport, Freizeit und Tourismus.  
Durch die besonderen körperlichen Voraussetzungen die der Leistungskurs Sport/Gesundheitsförderung mit sich bringt, wird eine besondere Qualifikation für Berufe wie z.B. Polizei, Feuerwehr, Bundesgrenzschutz, Bundeswehr geschaffen.
Der praktische Teil der Ausbildung vermittelt den Schülerinnen und Schülern sozial-kommunikative Kompetenzen die in allen Berufen von Bedeutung sind, bei denen der Umgang mit Menschen von Bedeutung ist.
Der Inhaltsbereich Gesundheit ist für diesen Bildungsgang Strukturgebend und daher erlangen Schülerinnen und Schüler besondere Voraussetzungen für Berufe im Gesundheits- bzw. Rehabilitationsbereich.
Durch Zusatzqualifikationen wie z.B. dem Übungsleiterschein – C für den Breitensport, dem Rettungsschwimmabzeichen (Silber – Bronze), dem Nachweis „Erste Hilfe“, dem deutschen Sportabzeichen (Gold – Bronze) und dem Surf-Grundschein können während der Schulzeit weitere Qualifikationen für den Arbeitsmarkt erlangt werden.

2. Voraussetzungen

Voraussetzung zur Aufnahme in diesen Bildungsgang ist die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe (Fachoberschulreife mit Qualifikationsvermerk oder die Versetzung in die Klasse 10 im Rahmen von „G8“ – Gymnasien).
Als besonders geeignet erscheinen dabei Schülerinnen und Schüler, denen Sport nicht nur selber Spaß macht, sondern die auch ihrerseits in der Arbeit mit Gruppen Sport als sinnvolle Freizeitgestaltung vermitteln möchten. Desweiteren sollten die gesundheitlichen Voraussetzungen für einen Sport-Leistungskurs gegeben sein.

3. Unterrichtsorganisation

Da der Unterricht in den Bildungsgängen des Berufskollegs in einem festen Klassenverband erteilt wird, besteht hier im Gegensatz zum Kurssystem die Möglichkeit, die Arbeit in den einzelnen Fächern sinnvoll aufeinander zu beziehen.

3.1 Sozialberufliche Grundlagen

In den Fächern Erziehungswissenschaft, Sport/Gesundheitsförderung und Didaktik/ Methodik erwerbend die Schülerinnen und Schüler fachübergreifend sozialkommunikative Kompetenzen. Durch eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis erwerben die Schülerinnen und Schüler theoretische Grundlagen erproben diese in verschiedenen Praxissequenzen.
Inhaltlich geht es dabei z.B. um folgende Fragen:
Wie sprechen und handeln Menschen zusammen?    Welche Möglichkeiten und Risiken gibt es dabei?   (Probleme und Fragen der Kommunikation und Interaktion)
Welche Möglichkeiten haben Freizeitsportleiter/innen, ihren sportpädagogischen Handlungsspielraum zu sichern und zu erweitern?
Wie lässt sich die Rolle des Freizeitsportleiters / der Freizeitsportleiterin beschreiben und von welchen Faktoren hängt ihre Definition ab?

3.2 Berufsbezogener Lernbereich

Den Schwerpunktbereich bilden die Kernfächer dieses doppeltqualifizierenden Bildungsganges, die von ihrer inhaltlichen Gestaltung her für beide Abschlüsse wichtig und anrechenbar sind. Hierzu gehören als Leistungskurse die Fächer "Sport / Gesundheitsförderung" und "Biologie" und im Grundkursbereich die Fächer "Erziehungswissenschaft" und "Didaktik und Methodik der sportpädagogischen Praxis".
Ergänzt wird diese Fächerkombination durch die Fächer "Englisch" und "Mathematik", die für den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife vorgeschrieben sind.

Leistungskurs Sport/Gesundheitsförderung

Im profilbildenden Leistungskurs Sport/Gesundheitsförderung ergänzen sich sporttheoretische Anteile mit der Sportpraxis. Die Sportpraxis ist auf die zielführende Entwicklung von sportbezogenen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgerichtet.
In der Erprobungsphase (Stufe 11) lernen die Schülerinnen und Schüler ein breites Spektrum verschiedener Sportbereiche kennen. Zu Beginn der Qualifikationsphase (Stufe 12 und 13) wählt die Klasse ein Kursprofil bestehend aus einer Individualsportart (Turnen) und zwei Spielsportarten (z.B. Volleyball und Badminton). Im weiteren Verlauf werden die Schülerinnen auf die praktische  Abiturprüfung in den Sportarten des Kursprofiles vorbereitet. Dabei leiten sie immer wieder kleine Phasen des Unterrichts an, um den Rollenwechsel zum Sportproduzenten zu fördern und auf die Lehrprobe im Rahmen der Sportpraktischen Abiturprüfung vorzubereiten.   
Die sporttheoretischen Inhalte orientieren sich an den Wissenschaftsbereichen Sportpädagogik, Sportphysiologie, Sportsoziologie. Auch hier werden die Schülerinnen und Schüler auf die zentrale Abiturprüfung vorbereitet.

Leistungskurs Biologie

Im Leistungskurs Biologie werden in der Orientierungsphase (Stufe 11) mit Hilfe von verschiedenen Arbeitsweisen der Biologie der Bau und die Funktion zellulärer Organismen und stoffwechselphysiologischen Grundlagen erarbeitet.
In der Qualifikationsphase (Stufe 12 und 13) lernen die Schülerinnen und Schüler ökologischen Grundbegriffe und Beziehungen kennen und analysieren nachfolgend ein Ökosystem. Ausgehend von der Analyse der physiologischen Verhaltenssteuerung stehen im Folgenden neurobiologische und hormonelle Steuerungsprozesse im Vordergrund. Weitere Themenkomplexe bilden Genetik und Ontogenese sowie Evolution.

3.3 Berufsübergreifender Lernbereich

Ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts in allen Bildungsgängen des Berufskollegs sind die Fächer "Deutsch", "Gesellschaftslehre mit Geschichte" und "Religionslehre". Sie sollen den Unterricht im Schwerpunktbereich ergänzen und einer zu frühen und einseitigen Spezialisierung entgegenwirken.

3.4 Differenzierungsbereich

Darüber hinaus gibt es für alle Bildungsgänge des Berufskollegs ein Kursangebot im Differenzierungsbereich, aus dem einzelne Kurse und Fächer zusätzlich belegt werden müssen. Welche Kurse das jeweils sind, hängt von der personellen und organisatorischen Situation an der Schule ab.
In jedem Fall besteht die Möglichkeit, eine zweite Fremdsprache neu zu beginnen (Französisch oder Spanisch) oder - so weit die Anmeldezahlen dies zulassen - fortzusetzen. Verpflichtend ist die 2. Fremdsprache für die Schülerinnen und Schüler, die in der Sekundarstufe I nicht durchgehend von Klasse 7 - 10 Unterricht in einer 2. Fremdsprache hatten.

3.5 Prüfungsfächer

Am Ende der Jahrgangsstufe 13 erwerben die Schülerinnen und Schüler in einer integrierten Abschlussprüfung die

  • Allgemeine Hochschulreife und
  • die berufliche Qualifikation "Freizeitsportleiterin / Freizeitsportleiter".



Die Abiturprüfung wird in folgenden vier Fächern abgelegt:

  1. Leistungskurs: Biologie
    (zentral gestellte schriftliche Prüfung)
  2. Leistungskurs (profilgebend): Sport/Gesundheitsförderung
    (zentral gestellte schriftliche Prüfung und dezentrale praktische Prüfung)
  3. Abiturfach: Deutsch oder Englisch oder Religion
  4. Abiturfach (mündlich):
    a) Erziehungswissenschaft oder Gesellschaftslehre mit Geschichte oder Religion (falls Deutsch oder Englisch als 3. Abiturfach gewählt wurde)
    b) Deutsch oder Englisch oder Spanisch (falls Religion als 3. Abiturfach gewählt wurde)

Die Prüfung zur Freizeitsportleiterin zum Freizeitsportleiter findet in den Fächern "Didaktik / Methodik" und "Erziehungswissenschaft" (falls nicht Prüfungsfach im Abitur) statt. Zusätzlich ist eine Abschlusslehrprobe im Praktikum mit einem anschließenden Reflexionsgespräch und einem Kolloquium durchzuführen. Der darüber ausgestellte Nachweis ist nur in Verbindung mit dem Abiturzeugnis gültig.

Praktika

Das Lernen in den Bildungsgängen des Berufskollegs ist gekennzeichnet durch das enge Zusammenwirken von Theorie und Praxis. Dies gilt besonders für doppeltqualifizierende Bildungsgänge, in denen neben einem allgemein bildenden Abschluss auch eine berufliche Qualifikation vermittelt wird. Dabei werden Praxisanteile sowohl im Rahmen des schulischen Unterrichts als auch in außerschulischen Praktika vermittelt.
Am Ende der Jahrgangsstufe 11 oder zu Beginn der Jahrgangsstufe 12 wird eine Kompaktwoche an einer Sportschule des Landessportbundes durchgeführt, während der die Schülerinnen und Schüler ihr Anleiterverhalten in ersten praktischen Einheiten erproben können. In der Jahrgangsstufe 12 findet ein mehrtägiges Blockpraktikum in einer Freizeitsportart statt.
Von Beginn der Jahrgangsstufe 12 an ist ein etwa zweistündiges Praktikum außerhalb der Unterrichtszeit in Sportgruppen ein wesentlicher Teil der Ausbildung. Es wird im Unterricht vorbereitet und ausgewertet. Die freizeitpädagogische Arbeit im Sport mit verschiedenen Altersgruppen soll hier zunehmend eigenständig geübt werden. Die Abschlusslehrprobe in diesem Praxisbereich ist dann Teil der Prüfung zum Freizeitsportleiter / zur Freizeitsportleiterin und geht als dritter Teil in die sportpraktische Abiturprüfung ein.

Stundentafel

Jahrgangsstufe

11

12

13

Wochenstunden

33

35

35

Berufsbezogener Lernbereich

Sport  (Leistungskurs)

5

5

5

Biologie (Leistungskurs)

3

5

5

Erziehungswissenschaften

3

3

3

Didaktik und Methodik

3

3

3

Mathematik

3

3

3

Englisch

3

3

3

2. Fremdsprache

4

4

4

Berufsübergreifender Lernbereich

Deutsch

3

3

3

Gesellschaftslehre mit Geschichte

2

2

2

Religionslehre

2

2

2

Differenzierungsbereich

 

 

 

Wahlfach

2

2

2

erforderliche Unterlagen zur Anmeldung

  • Anmeldeformular
    (Ausdruck der Online-Anmeldung)
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • das letzte Zeugnis (Original & Kopie oder beglaubigte Kopie)
  • das erweitertes polizeiliches Führungszeugnis muss zu Beginn des Praktikums in der Stufe 12 vorliegen
    (Als Voraussetzung für ein Praktikum in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe gemäß VV zu §4 APO-BK.)

Kontakt

Herr Möllenberg

eMail: moellenberg(at)mbk-unna.de

Telefon: 02303 - 27 22 45

Beratungs- und Sprechzeit: Do 12:00 - 12:45 Uhr