27.06.13

Erster Fachtag „Mobbing“ im Kreis Unna

Am 24. Juni 2013 fand der erste Fachtag „Mobbing“ im Kreis Unna am Märkischen Berufskolleg statt. Die gut besuchte Veranstaltung bot neben einem einleitenden Fachvortrag Workshops zu unterschiedlichen Facetten des Themas Mobbing, die sich speziell an Schulsozialarbeiter/innen und LEhrkräfte richteten.

„Mobbing“ in den unterschiedlichen Erscheinungsformen ist an Schulen Alltag. Einig sind sich die Fachleute, dass Mobbing Gewalt an einer Person innerhalb ihrer sozialen Bezugsgruppe (z.B. Schulklasse, Wohngruppe, Arbeitsteam usw.) ist. Oder anders: Die soziale Bezugsgruppe wird zum Instrument der Gewalt. Die Gruppe „quält“ und schädigt eine einzelne Person über einen längeren Zeitraum gezielt durch soziale Manipulation, Verleumdung, Verbreitung von Gerüchten,  Ausschluss  und Ausgrenzung und sogar körperliche Gewalt. Das Opfer hat meist kaum Chancen, sich aus der sozialen Bezugsgruppe zu lösen. Damit ist diese Person der Gewalt der Gruppe solange ausgeliefert, bis jemand die Mobbingprozesse durchbricht.

Impulse zu Achtsamkeit und Wertschätzung

An Schulen ist dies Aufgabe von Lehrkräften und Sozialarbeit. Mobbing und Mobbingtendenzen werden oft erkannt, jedoch unterbleiben Maßnahmen hiergegen aus Unwissenheit oder Unsicherheit. Dieser Fachtag diente dazu, Impulse zur Achtsamkeit zu setzen und schon einzelne Präventions- und Interventionselemente vorzustellen und Mut zu machen, sich mit dem Thema weiter zu beschäftigen. Auch Überlegungen, wie ein Anti-Mobbing-Konzept in Schulen, auch Grundschulen, installiert werden kann, waren ein Thema.

Fachvortrag zur Einstimmung

Mit dem Fachvortrag „Mobbing – Intervention und Prävention in der Schule – Mobbingprozessen handlungsorientiert begegnen“ eröffnete Dipl.-Pädagogin und Mobbing-Interventionstrainerin Nicole Gerlach (Münster) den fachlichen Teil.

In den sieben Workshops wurden dann, zum Teil hierauf aufbauend,  praktische Interventionsmöglichkeiten bei Mobbing und mobbingähnlichen Handlungen und unterschiedliche methodische Ansätze vorgestellt und einzelne Elemente auf ihre Einsatztauglichkeit erprobt.

Wertschätzung und Anerkennung unverzichtbar

„Abschlussaufgabe“ für die Teilnehmenden war, die Frage zu beantworten, was Schule brauche, um Mobbing zu überwinden. In den Beiträgen tauchten, oft übereinstimmend, als Stichwörter „engagierte und sensibilisierte Lehrer“, „Kultur von Wertschätzung und  Anerkennung“, „soziale Kompetenz vorleben“ und „Kooperation aller am Schulleben Beteiligten“ (Eltern und Schülerinnen und Schüler, Schulleitung und Lehrerschaft, Verwaltungspersonal und Schulsozialarbeit) und „den Willen dazu!“.

Im Kreis Unna ist damit ein weiterer Schritt zu einem angstfreien und kooperativen Schulleben gemacht worden, und das Echo der Teilnehmer lässt konkrete Projekte zur Umsetzung von Anti-Mobbing-Konzepten in den Schulen des Kreises Unna erwarten.